Entwicklungspsychologische Beratung

Sehen - Verstehen - Handeln

Die  „Entwicklungspsychologische Beratung“ bietet Fachleuten unterschiedlicher Berufe, die mit Säuglingen und ihren Familien arbeiten, ein bindungstheoretisch fundiertes Beratungskonzept zur Förderung der frühen Beziehungsentwicklung.
Die Interventionen orientieren sich an dem konkret sichtbaren Verhalten von Eltern und Kind und fördern gezielt die Fähigkeit der Eltern, feinfühlig auf ihr Kind zu reagieren. Die BeraterInnen sehen und verstehen die Probleme und Belastungen ebenso wie die Stärken und Fähigkeiten der Familien und bieten mit Hilfe von Videoaufnahmen konkrete Hilfe an. Die Interventionen sind zeitlich begrenzt.
Der Beratungsansatz ist als ein Baustein konzipiert, der sich flexibel in unterschiedliche Praxisfelder und institutionelle Hilfestrukturen integrieren und mit anderen Angeboten der Jugendhilfe verbinden lässt.  

Der Ansatz basiert

  • auf entwicklungspsychologischen Erkenntnissen sowohl in Bezug auf die Eltern als auch auf die Kinder,
  • auf der Säuglings- und Bindungsforschung
  • auf psychopathologischen Grundlagen.

Inhalte und Ziele

Zentral ist das Einüben differenzierter Verhaltensbeobachtung mit Hilfe von Videobeispielen. Die Fachkräfte lernen Eltern und Kinder im Säuglings- und Kleinkindalter kompetent zu beobachten, zu beraten und gemeinsam mit den Eltern Handlungsstrategien zu erarbeiten, die eine positive Eltern-Kind-Interaktion und elterliche Feinfühligkeit begünstigen und fördern.

In Block A werden die Grundlagen für die Interaktionsbeobachtung und -analyse vermittelt. Dazu gehört das Wissen um individuelle Ausdrucks-, Belastungs- und  Bewältigungsverhaltensweisen von Säuglingen und Kleinkindern sowie die Dimensionen der Beobachtung von intuitivem und feinfühligem Verhalten von Eltern.

In Block B liegt der Schwerpunkt bei den frühen Regulationsstörungen im Säuglingsalter, wie exzessives Schreien, Schlafstörungen und Fütterstörung. Zudem werden die  Merkmale der Beziehungsqualitäten zwischen Eltern und Kindern anhand der Bindungstheorie verdeutlicht.  

In Block C geht es überwiegend um die Thematik des Kinderschutzes. Der Kurs ist evaluiert für die Hochrisikogruppe jugendlicher Mütter. Die EPB kann der Diagnostik und der Prozessevaluation im Bereich des Kinderschutzes dienen.

In Block D wenden wir uns den Eltern mit Besonderheiten, wie z.B. einer psychischen Erkrankung und Säuglingen/Kleinkindern mit Besonderheiten, wie z.B. Frühchen oder Behinderungen zu. Darüber hinaus werden Inhalte zum Thema Trennung in der frühen Kindheit vermittelt.  

Die TeilnehmerInnen haben während der Ausbildung die Aufgabe, drei Fall-Hausarbeiten anzufertigen. Diese Fälle werden ab Block B supervidiert. Durch die Supervisionen wird das Lernen durch Sehen – Verstehen – Handeln ausgiebig geübt und führt zu einem hohen Lernerfolg.

TeilnehmerInnen und Perspektiven

Die EPB ist für MitarbeiterInnen von Einrichtungen und freiberuflich tätige Fachkräfte konzipiert, die im Rahmen ihrer Arbeit in Kontakt mit Familien mit Säuglingen und Kleinkindern kommen. Insbesondere Fachkräfte aus der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen wie z.B. Kinderkrankenschwestern, (Familien-)Hebammen, ErzieherInnen, (Sozial- )PädagogInnen, PsychologInnen, TherapeutInnen und ÄrztInnen.
Die EPB kann in verschiedenen Arbeitsfeldern eingesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel Frühförderung, Mutter-Kind-Einrichtungen, Schwangerenberatung, Sozialpädagogische Familienhilfe und die Frühen Hilfen.
Die Bereitschaft sich in die Technik der Videografiemethode einzuarbeiten wird vorausgesetzt.

 

Das Konzept der berufsbegleitenden Weiterbildung wurde entwickelt und ist zertifiziert durch das Universitätsklinikum Ulm. AbsolventInnen erhalten das von der Universität Ulm autorisierte Zertifikat.

Umfang und Zeiten

Der Kurs erstreckt sich über 16 Unterrichtstage in vier Blöcken zu je 4 Tagen in einer Gesamtzeit von etwa 12 Monaten.  

Unterrichtszeiten sind in der Regel 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr, inkl. Pausen.

Block A: 14.05.2018 - 17.05.2018

Block B: 27.08.2018 - 30.08.2018

Block C: 07.01.2019 - 10.01.2019

Block D: 17.06.2019 - 20.06.2019

Jede Teilnehmerin erstellt drei Fall-Hausaufgaben.

Anmeldung und Kosten

Kosten: 2.500€

Ratenzahlung möglich.

Zur Anmeldung senden Sie bitte das ausgefüllte Anmeldeformular sowie ein Passfoto und Informationen über Ihren beruflichen Hintergrund an den KREISEL e.V.
Beachten Sie unsere Finanzierungshinweise unter Service.

Hier finden Sie das Anmeldeformular.

Leitung

VERENA FÖRDERER
Diplom-Sozialpädagogin, Familientherapeutin Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Systemische Supervisorin, Lehrsupervisorin  an der Fachhochschule Hamburg für Familienberatung und Therapie. Tätig in Aus- und Fortbildungen zu den Arbeitsschwerpunkten: Kindeswohlgefährdung (§ 8a SGBVIII), Elternarbeit, Frühe Hilfen, Risikofamilien. Multiplikatorentrainerin für Starke Eltern- Starke Kinder. 12-jährige Tätigkeit im Kinderschutzzentrum Hamburg. Seit 2005 in eigener Praxis: Entwicklungspsychologische Beratung, Familientherapie, Supervision und Seminare.